Trio zeigt auch an freien Tagen Einsatz

Mit taufrischem Obst und Gemüse beliefern Tafelgärtner jede Woche Bedürftige. In einer Crimmitschauer Anlage will man die Helfern nicht mehr missen.

Die Tomaten stehen wie eine Eins, die Kohlrabis ebenfalls. Sellerie und Zucchini versprechen eine gute Ernte. „Die Sonnenblumen haben wir zum Spaß angebaut, damit es schön aussieht und natürlich für die Vögel“, sagt Nadine Reinhold.

2015-08-25 Seit 7 Uhr in der Frühe werkelt die 35-Jährige gemeinsam mit Camillo Schuschis (56) und Wilfried Strödel (56) in drei Tafelgärten der Anlage „Prießnitz“ in Crimmitschau-West. „Mit einem Garten hatte ich bisher nie etwas am Hut. Aber es macht Spaß, wenn man sieht, wie alles wächst“, sagt die junge Frau, die aufgrund einer Krankheit nicht mehr arbeiten kann. „Und man kommt unter Leute.“ Dieses Argument ist es auch, das für Wilfried Strödel zählt. Denn einen Garten hat der Crimmitschauer selbst, nicht unweit von den einst verwahrlosten, mit hohem Gras bewachsenen Schollen, die das Trio urbar gemacht hat. „Wenn hier alles getan ist, gehe ich dann in meinen Garten“, sagt der 56-Jährige. Von Montag bis Freitag sind die Tafelgärtner im Einsatz, eigentlich von 8 bis 12 Uhr. An den heißen Tagen haben sie früher begonnen. Und für die Wochenenden einen Gieß-Dienst eingerichtet, damit das Gemüse nicht verdörrt.

Karin Wittich findet nur lobende Worte für den Einsatz der Gärtner auf Zeit, die pro Tag 1,50 Euro bekommen. „Es wäre prima, wenn sie im nächsten Jahr wiederkommen könnten“, sagt die Vorstandsvorsitzende der Kleingartenanlage, die sich schon öfter für das Tafelgarten-Projekt beworben hatte. Dieses Jahr hat es endlich geklappt. „Es ist super, dass wir drei so gute, einsatzwillige Leute bekommen haben. Das ist wohl nicht immer so“, sagt Karin Wittich und hofft für 2016 wieder auf die Unterstützung der Agentur für Arbeit, die die Tafelprojekte genehmigt. Die anderen Kleingärtner freuen sich über den Fleiß der Drei, die viel Eigeninitiative entwickeln, weiß die Vorstandsvorsitzende.

Uwe Jakobeit, Geschäftsführer des Regionalverbandes Werdau-Glauchau der Gartenfreunde, geht davon aus, dass das Tafelgarten-Projekt nächstes Jahr eine Neuauflage erfährt. Über den Regionalverband werden die Anlagen ausgesucht, die Teilnehmer mit betreut und auch das geerntete Obst und Gemüse jede Woche eingesammelt, um es an die Ausgabestellen der Zwickauer Tafel zu fahren. Hier ist man froh über die taufrischen Bio-Lebensmittel, die regelmäßig sozusagen frei Haus geliefert werden. „Es ist eine echte Bereicherung für das Angebot unserer Tafeln“, sagt Ralf Hutschenreuther, der im Zwickauer Verein „Gemeinsam Ziele erreichen“ für das Tafel-Projekt verantwortlich ist.

Bildtext: Nadine Reinhold (vorn) kümmert sich gemeinsam mit Wilfried Strödel (li.) und Camillo Schuschis (hinten) um drei Gärten.

FOTO: THOMAS MICHEL

Quelle: Freie Presse, Ausgabe Werdau vom 25.08.2015

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