„Zahl der Kleingärtner sinkt“

Uwe Jakobeit über die Gründe für den Zusammenschluss sowie über anstehende Aufgaben und Angebote

Der bisherige Territorialverband Glauchau und der Werdauer Kreisverband der Kleingärtner haben sich Mittwochabend zum Regionalverband Werdau/Glauchau der Gartenfreunde zusammengeschlossen. Davon versprechen sich die Kleingärtner eine effektivere Arbeit. Jürgen Sorge sprach darüber mit dem Geschäftsführer des neuen Verbandes, Uwe Jakobeit.

Freie Presse: Mit Gründung des Regionalverbandes Werdau/ Glauchau der Gartenfreunde ist ein etwa zwei Jahre dauernder Prozess abgeschlossen worden. Sind Sie erleichtert?

Uwe Jakobeit: Wir haben bereits seit 1991 eine gemeinsame Geschäftsführung für beide ehemaligen Verbände. Beide hatten deshalb im Prinzip die gleichen Voraussetzungen für den Zusammenschluss. Der ist vor allem sinnvoll, weil in den nächsten Jahren die Zahl der aktiven Kleingärtnerinnen und Kleingärtner zurückgeht. Deshalb müssen wir unsere Kräfte jetzt bündeln.

Gab es einen Moment, an dem Sie am Zustandekommen des neuen Verbandes zweifelten?

Nein. Denn eine intensive Zusammenarbeit zwischen beiden Verbänden hat es ja schon gegeben.

Viel Arbeit wird von den Vereinen vor Ort selbst erledigt. Wofür ist der Verband eigentlich zuständig?

Entsprechend der Satzung unterstützen wir die Vereine in organisatorischen Fragen und bei juristischen Problemen. Wir organisieren auch die Weiterbildung und Fachberatung der Gartenfreunde.

Welche juristischen Fragen haben Sie denn zu klären?

Wir sind zum Beispiel bei Streit gefragt. Wir schlichten, wenn es zu Streitigkeiten unter den Pächtern oder zwischen Pächtern und Vorstand kommt. Aktiv werden wir zudem, wenn Kleingärtner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen oder anderweitig in Konflikt mit dem Kleingartenrecht kommen.

Um was für Verstöße handelt es sich da hauptsächlich?

Oft geht es um Forderungen der Vereine, zum Beispiel wegen ausstehender Pacht oder nicht bezahlter Rechnungen für Wasser und Strom. Derzeit bearbeiten wir für unsere Vereine 40 gerichtliche Mahnverfahren. Außerdem sind derzeit sieben Räumungsklagen anhängig. Hervorzuheben ist aber: Die meisten Pächter bewirtschaften ihre Parzellen ohne Beanstandungen.

Werden mit der Zentralisierung nun auch die Schulungen zusammengefasst?

Nein. So wie die bisherigen Geschäftsstellen in Werdau und Glauchau bestehen bleiben, gibt es keine Änderungen bei den Schulungen. Allein im Mai veranstalten wir territorial vier Schulungen für Vereins-kassierer. Insgesamt organisieren wir pro Jahr 28 Schulungen, an denen immer zirka 1200 Gartenfreunde teilnehmen. Die Arbeitsgruppe Fachberatung wird wie bisher pro Jahr zehn Anlagen begehen. Dazu kommen vier operative Vorstandssitzungen in den Vereinen.

Uwe Jakobeit (52) ist Geschäftsführer des Regionalverbandes. Dieses Amt übte er seit 2004 bereits für die beiden bisherigen Kreisverbände aus. Seit 2008 ist er zudem ehrenamtlich als Schatzmeister des Landesverbandes der Kleingärtner tätig.

Quelle: www.freiepresse.de, Ausgabe Werdau, 25.04.2014